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Kurzbetrachtung zur Entstehung des Stuttgarter Roten Kreuzes
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Mitte November 1863 wurde in Stuttgart der
Württembergische Sanitätsverein zur Hilfe für verwundete Soldaten von
Pfarrer Dr. Christoph Ulrich Hahn (1805 – 1881) gegründet. 1863 gilt
somit auch als Gründungsjahr für das Rote Kreuz in Stuttgart.
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Nach der Schlacht bei Solferino 1859 hatte Henry Dunant 1862 in der
Schrift „Eine Erinnerung an Solferino“ zur Gründung von freiwilligen
Hilfsgesellschaften für die Pflege der Verwundeten aufgerufen. Am 17.
Februar 1863 wurde bei der ersten Genfer Konferenz ein Fünferkomitee zur
Verwirklichung von Dunants Ideen gebildet. Aus ihm ging das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hervor. Pfarrer Dr.
Christoph Ulrich Hahn hatte an dieser Konferenz im Auftrag der
Württembergischen Regierung teilgenommen. Unmittelbar danach kam es zur
Gründung des Württembergischen Sanitätsvereines.
In Stuttgart und in Württemberg ist damit nach dem Vorschlag der Genfer
Konferenzen und nach den Ideen von Henry Dunant die erste Organisation
des Roten Kreuzes außerhalb der Schweiz gegründet worden. Am 17. April
1868 wurde Henry Dunant Ehrenpräsident des Württembergischen
Sanitätsvereines. Lange bevor die ersten Sanitätskolonnen in Stuttgart
entstanden, widmete sich der Sanitätsverein der Aufgabe, den verwundeten
Soldaten zu helfen. Die Kriegsjahre 1864, 1866 und 1870/71 gaben hierzu
Anlass und Gelegenheit.
Foto: Pfarrer Dr. Christoph Ulrich Hahn, Gründer
des Württembergischen Sanitäts-vereins Stuttgart |
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Die Gründung eines Freiwilligen Sanitätskorps
und damit auch der ersten Sanitätskolonne in Stuttgart wurde am
17. April 1881 vom Württembergischen Sanitätsverein beschlossen.
1882 war das Jahr der Beendigung ihrer Ausbildung. Die erste
Stuttgarter Sanitätskolonne erhielt später die Bezeichnung
Sanitätskolonne Nr. 4. Ihre Tradition wird noch heute von der
Bereitschaft 3 in Stuttgart-Süd fortgeführt. 1883 entstand die
Sanitätskolonne Nr. 1 Stuttgart – Berg, heute Bereitschaft
Stuttgart-Ost. Die heutigen Bereitschaften des Kreisverbandes
führten bis 1937 die Bezeichnung „Sanitätskolonnen“.
Foto: Schüler der Strohgäuschule mit dem von ihnen gestalteten
Portrait Henry Dunants
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Von 1863 bis 1938 waren der DRK-Landesverband und
die örtliche Organisation des Roten Kreuzes in Stuttgart identisch. Der
Landesverband nahm auch örtliche Funktionen wahr. Die Sanitätskolonnen
in Stuttgart waren ihm unmittelbar unterstellt. Eine eigene Tradition
des DRK-Kreisverbandes Stuttgart beginnt erst im Jahre 1938 mit der
Gründung der Kreisstelle Stuttgart im Vollzug des Rote-Kreuz-Gesetzes
von 1937.
Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges entstand
mit der Gründungsversammlung am 1. März 1947 der „Württembergische
Landesverein vom Roten Kreuz, Kreisverein Stuttgart e.V.“, ab 1952
„Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverein Stuttgart e.V.“ und ab 28.1.1982
„DRK-Kreisverband Stuttgart e.V.“.
Die Geschäftsstelle des DRK-Kreisvereins Stuttgart hatte zunächst ihren
Sitz in der Neckarstraße 36. Im Februar 1964 bezog die Geschäftsstelle
die Gebäude 6 A und 8 in der Nikolausstraße.
Das Stuttgarter Rote Kreuz hatte sich rasch vom Sanitätsverein zu einem
modernen Wohlfahrtsverband entwickelt. Die steigenden Anforderungen und
die zunehmenden Aufgaben führten zu einem raschen Wachstum des
Kreisverbandes.
Mit dem Baubeginn für die heutige Geschäftsstelle in der
Reitzensteinstraße am 7. Juli 1992 wurde ein weiterer Schritt in die
Zukunft gemacht. Am 19. März 1993 wurde Richtfest gefeiert. Der Umzug
der Kreisgeschäftsstelle erfolgte im Frühjahr 1994. Die Geschäftsstelle
des DRK-Kreisverbandes Stuttgart hat am Weltrotkreuztag, am 8. Mai 1996
den Namen „Henry-Dunant-Haus“ erhalten. |
Damit wurde in Stuttgart ein
besonderes Andenken an Henry Dunant, den Mitbegründer des weltweiten
Roten Kreuzes, geschaffen, der von 1876 bis 1887 im Haus des Stuttgarter
Pfarrers Dr. Ernst Rudolf Wagner und seiner Frau Ida in der damaligen
Hasenbergsteige Nr. 7
unentgeltlich lebte. Henry Dunant fand in seiner Wahlheimat Stuttgart
viele einflussreiche Freunde und Förderer. Auch als er 1887 in den
Luftkurort Heiden im Appenzellerland übersiedelte, blieben seine
Stuttgarter Freunde mit die wichtigsten Ansprechpartner in seinem Leben.
1901 wurde der erste Friedensnobelpreis an Henry Dunant verliehen. Am 30 Oktober 1910 verstarb Dunant in Heiden.
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